Lotta Schelin jubelt. © dpa-bildfunk Foto: Adam Ihse

Viertelfinale

4:0 gegen Island - Schweden spaziert ins Halbfinale

Ines Bellinger, sportschau.de

Gastgeber Schweden ist nur noch zwei Siege vom ersehnten Titel bei der Heim-EM entfernt. Mit einem ungefährdeten 4:0 gegen Island zog die Mannschaft von Trainerin Pia Sundhage ins Halbfinale ein.

Die schwedischen Freudentänzchen gehen weiter. Leicht und locker ist der Gastgeber ins Halbfinale der Heim-Europameisterschaft eingezogen. Das Team von Trainerin Pia Sundhage besiegte Island am Sonntag (21.07.13) in Halmstad mit 4:0 (3:0) und ließ dem Außenseiter dabei nicht den Hauch einer Chance. Marie Hammarström (3. Minute), Josefine Öqvist (14.) und Lotta Schelin (19., 59.) erzielten die Tore für den Mitfavoriten. Schelin führt mit fünf Toren nun allein die EM-Torschützenliste an. Im Halbfinale am Mittwoch (24.07.13/20.30 Uhr live im ZDF und im Live-Ticker hier bei sportschau.de) in Göteborg trifft Schweden nun auf Titelverteidiger Deutschland, der Italien mit 1:0 bezwang. Island, das sich als Dritter der "deutschen" Gruppe B überraschend für das Viertelfinale qualifiziert hatte, kann erhobenen Hauptes nach Hause fahren. Mit dem 1:0 gegen die Niederlande war den "Nordlichtern" der erste Sieg bei einer EM-Endrunde gelungen.

Hammarström gibt das Signal

Der isländische Trainer Sigurdur Eyjolfsson hatte alles versucht, um seinem Team Mut zu machen vor dem Duell David gegen Goliath. Er sprach vom "größten Spiel in Islands Fußball-Geschichte". Doch schon nach 20 Minuten stand zu befürchten, dass der Außenseiter an einem der größten EM-Debakel beteiligt sein würde. Schweden spielte den von Sundhage angekündigten Tempo-Fußball und überrannte den in seinen spielerischen Mitteln begrenzten Gegner. Hammarström eröffnete in der dritten Minute den Torreigen, als sie in Richtung Strafraum dribbelte, nicht angegriffen wurde und mit links aus 18 Metern abzog. Der Schrägschuss setzte noch auf vor Islands Torfrau Gudbjörg Gunnarsdottir, sah aber haltbar aus. Hammarström wurde von ihren Mitspielerinnen überschwänglich gefeiert. Auf das Konto der 31-Jährigen vom Göteborg FC geht auch eines der wichtigsten Tore in Schwedens Frauenfußballgeschichte. Hammarström erzielte das 2:1 im kleinen Finale der WM 2011 gegen Frankreich. Nun ebnete sie den Weg für einen Spaziergang ins EM-Halbfinale.

Island ohne Schuss aufs Tor

Marie Hammarström (oben) gegen Islands Margret Lara Vidarsdottir © dpa-bildfunk Foto: Bjorn Lindgren

Die Schwedinnen - hier mit Torschützin Marie Hammarström - überrannten die Isländerinnen.

Eine Angriffswelle nach der anderen rollte auf das isländische Tor zu, und oft war Keeperin Gunnarsdottir auf sich allein gestellt. Nach einem Pass von Schelin auf Öqvist eilte sie unmotiviert aus ihrem Kasten, doch die Mittelfeldspielerin legte den Ball gekonnt an ihr vorbei. Nach 14 Minuten stand es 2:0, fünf Minuten später war die Partie praktisch entschieden. Diesmal spielte Schweden "französisch". Kosovare Asllani, Stürmerin von Paris St.-Germain, flankte von der rechten Seite, die bei Olympique Lyon unter Vertrag stehende Schelin spitzelte den Ball am kurzen Pfosten ins Tor. Asllani (24., 27.) und Schelin (45.) hätten das Ergebnis noch vor der Pause in die Höhe schrauben können. Auf der anderen Seite brachten die Isländerinnen, bei denen sieben Spielerinnen in den Diensten schwedischer Clubs stehen, nicht einen Schuss auf das gegnerische Tor. Die wackeren Fans aus dem Land der Geysire feuerten ihre Mannschaft trotzdem unaufhörlich an und feierten die erste Ecke in der 28. Minute wie einen Treffer.

Sundhage wechselt alle Torschützen aus

Nach der Pause schaltete Schweden zwei Gänge runter. Kräfte sparen fürs Halbfinale war angesagt. Sundhage brachte die Potsdamerin Antonia Göransson für Öqvist und Lisa Dahlkvist für Hammarström. Und nachdem Schelin mit ihrem zweiten Tor (59.) - wiederum nach Asllani-Vorlage - ihre Pflicht getan hatte, verschaffte die Trainerin auch ihrer Top-Torjägerin eine Verschnaufpause. Nilla Fischer, mit drei Toren bisher ebenfalls sehr treffsicher, hielt sich diesmal vornehm zurück. Wäre es in Halmstad nicht sommerlich warm gewesen, hätte die schwedische Abwehrchefin wegen akuter Unterbeschäftigung wohl nicht einmal Schweißperlen auf der Stirn gehabt. Fünf Minuten vor dem Ende hatte dann auch Schwedens Torhüterin Kristin Hammarström Gelegenheit, einen Arbeitsnachweis zu erbringen. Der Flachschuss von Sara Bjork Gunnarsdottir war eine leichte Beute. Wir haben hart gearbeitet und unsere Gegner respektiert - deshalb stehen wir im Halbfinale", sagte Asllani. "Es hat heute richtig Spaß gemacht."

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 28.07.2013, 15.20 Uhr

Stand: 21.07.13 16:49 Uhr