Norwegens Solveig Gulbrandsen (r.) beim Zweikampf mit Islands Holmfridur Magnusdottir © picture alliance / dpa Foto: Patric Soderstrom

Gruppe B

Island schreibt Geschichte - Norwegen schwach

Hanno Bode, sportschau.de

Island hat durch das 1:1 in der deutschen Gruppe gegen Norwegen den ersten EM-Punkt in seiner Verbandsgeschichte gewonnen. Der Außenseiter war dem Titelmitfavoriten am Donnerstagabend (11.07.13) ebenbürtig. Norwegen, als einziges Land neben Deutschland mehr als einmal Europameister, wird in dieser Form keine Chance auf den dritten EM-Sieg haben.

Die Mannschaft von Trainer Even Pellerud hatte in der Kalmar Arena in der Anfangsphase kleinere Probleme mit den stürmischen Isländerinnen, die das Mittelfeld teilweise mit One-Touch-Fußball überbrückten, aber am Strafraum mit ihrem Latein am Ende waren. Nach rund 15 Minuten riss der Favorit das Zepter an sich. Insbesondere über die rechte Außenbahn initiierte Norwegen einige gefährliche Angriffe. Ausnahmetalent Caroline Graham Hansen setzte hier immer wieder Akzente und schaffte durch gekonnte Dribblings Freiräume für ihre Mannschaftskameradinnen. Nennenswerte Möglichkeiten blieben jedoch zunächst aus.

Keeperin Hjelmseth bereitet Führung vor

Die Führung war mehr ein Zufallsprodukt denn ein einstudierter Spielzug: Keeperin Ingrid Hjelmseth schlug einen Freistoß aus der eigenen Hälfte weit nach vorne, Islands Abwehr konnte nicht klären, Kristine Hegland setzte sich energisch durch und überwand Schlussfrau Gudbjörg Gunnarsdóttir überlegt (26.). Letztere vertrat die verletzte Stammkeeperin Thora Helgadottir. Im Anschluss verlor der Außenseiter in der Verteidigung etwas die Ordnung, sodass sich der Pellerud-Elf weitere Gelegenheiten boten. Zunächst scheiterte Solveig Gulbrandsen per Kopf (29.), dann traf Graham Hansen aus spitzem Winkel nur den Außenpfosten (33.), bevor Ada Hegerberg knapp verzog (37.).

Island drängt nach Pause auf den Ausgleich

Islands Sara Björk Gunnarsdottir (l.) beim Zweikampf mit Norwegens Ingvild Stensland © picture alliance / AP Images Foto: Patric Soderstrom

Sara Björk Gunnarsdottir (l.) verfehlte den Ausgleich für Island.

Island kam mutig aus der Kabine und agierte nun mit drei Angreiferinnen. Insbesondere Hólmfrídur Magnúsdóttir sorgte in den Anfangsminuten für Unruhe in der norwegischen Verteidigung. Glück für den Favoriten, dass Schiedsrichterin Katalin Kulcsár (Ungarn) die Mittelfeldakteurin im Abseits sah, als sie frei vor Keeperin Hjelmseth auftauchte (51.). Kurz darauf zielte die 28-Jährige knapp am Gehäuse vorbei (52.). Und auch ihre Mannschaftskameradin Sara Bjork Gunnarsdóttir hatte kein Fortune bei ihrem Abschluss, der noch abgefälscht wurde und somit kein Problem war für Hjelmseth (57.). Stattdessen wäre das Tor beinahe auf der Gegenseite gefallen, hätte Hegland freistehend nicht etwas zu lange gezögert (61.). Auch Hegerberg fehlten bei ihrem Abschluss, den Gunnarsdóttir unter sich begrub, die nötige Konzentration und Entschlossenheit.

Vidarsdóttir trifft per Strafstoß zum Ausgleich

So blieb es eine Zitterpartie für das Pellerud-Ensemble, zumal der Kontrahent mit fortwährender Spieldauer noch offensiver wurde. Coach Sigurdur Ragnar Eyjólfsson konnte mit Ausnahme der Chancenverwertung sehr zufrieden mit dem Auftritt seines Teams sein, das sich zunächst aber einfach nicht belohnte. So scheiterten die eingewechselte Harpa Thorsteinsdóttir (73.) und erneut Gunnarsdóttir (76.) an ihren Nerven beziehungsweise Letztere am langen Bein von Marit Christensen. Ein ungestümes Eingreifen der norwegischen Verteidigerin, die Gunnarsdóttir gemeinsam mit Ingvild Isaksen im Strafraum in die Zange nahm, führte dann aber zum hochverdienten Ausgleich. Margrét Lára Vidarsdóttir schickte Keeperin Hjelmseth in die falsche Ecke und sorgte mit dem Ausgleich für isländische Freudentänze (86.).

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 28.07.2013, 15.20 Uhr

Stand: 11.07.13 19:53 Uhr