Nia Künzer © HR/Benjamin Knabe Foto: Benjamin Knabe

Deutsche Gegner

Nia Künzers Vorrundencheck

Die DFB-Frauen treffen in der Gruppe B auf die Niederlande, Island und Norwegen. ARD-Expertin Nia Künzer hat die Kontrahenten für sportschau.de unter die Lupe genommen.

Niederlande: Donnerstag, 11. Juli, 20.30 Uhr:

"Es ist beachtlich, was die Niederlande für eine Entwicklung genommen haben. Das Ergebnis der vergangenen EM mit dem Halbfinaleinzug war schon erstaunlich, auch wenn sie vielleicht mit ein bisschen Glück im Elfmeterschießen sehr weit gekommen sind. Jetzt haben sie sich wieder qualifiziert und damit zuhause richtig Aufsehen erregt. Sie wollen irgendwie in der Gruppe überleben. Für Deutschland ist das ein guter Gegner, um ins Turnier reinzukommen - nicht zu stark, aber auch nicht ganz schwach. Die Niederländerinnen sind nicht wie die Französinnen für ihre überragende Technik bekannt. Aber sie sind allgemein gut ausgebildet und kommen auch über die mannschaftliche Geschlossenheit, die man auch braucht, wenn man nicht die herausragenden Einzelspielerinnen hat. Daphne Koster gibt hinten den Ton an und hält den Laden zusammen, vorne macht Manon Melis die Tore. Man kann erwarten, dass die Niederlande relativ defensiv spielen werden, was den Deutschen in letzter Zeit ein bisschen schwer gefallen ist, weil dann wenig Platz ist. Mal sehen, wie sie das gestalten, wenn sie das Spiel machen müssen. Der letzte Test gegen Japan war wirklich gut. Aber das ist ein ganz anderer Gegner, der mitspielt. Das werden die Niederlande so nicht können. Und so wird das vielleicht schon die erste Nuss, die man knacken muss. Deutschland ist der klare Favorit. Aber ein Selbstläufer ist das nicht."

Island: Sonntag, 14. Juli, 20.30 Uhr:

"Island ist eine Mannschaft, die eher über die Physis kommt. Es ist für mich die schwächste Mannschaft in der Gruppe. Sie werden versuchen, so lange wie möglich ein 0:0 zu halten, sich auf die Defensive konzentrieren und wenig Akzente nach vorne setzen. Daher wird das Spiel wohl erst einmal nicht sehr attraktiv sein. Sie haben mit Margret Lara Vidarsdottir eine ganz gute Stürmerin, man wird sehen, ob die allein auf weiter Flur vorne etwas bewegen kann. Das könnte ein Geduldsspiel für die deutsche Mannschaft werden."

Norwegen, 17. Juli, 18.00 Uhr:

Moderator Claus Lufen und ARD-Expertin Nia Künzer © Imago

Seit Jahren ein eingespieltes Team vor der Kamera: Moderator Claus Lufen und ARD-Expertin Nia Künzer.

"Die vermeintlich stärkste Mannschaft in der Gruppe. Es ist ganz dankbar, dass Norwegen als letzter Gegner wartet, je nachdem, wie die beiden ersten Gruppenspiele ausgegangen sind. Gut ist, wenn sich eine Mannschaft im Laufe des Turniers steigert und ihren Leistungshöhepunkt Richtung Viertelfinale, Halbfinale erreicht. Da ist Norwegen als qualitativ nach Deutschland beste Mannschaft in der Grupppe schon ein richtiger Meilenstein. Mit Solveig Gulbrandsen ist eine Spielerin fast aus meiner Zeit dabei. Sie ist ganz wichtig für die Mannschaft, sie besitzt immer noch eine unheimliche Ausstrahlung und natürlich Erfahrung. Damit macht sie vielleicht auch andere Schwächen wett. Die Torhüterin Ingrid Hjelmseth ist eine richtig Gute. Das ist beim Frauenfußball beileibe nicht immer so, die Deutschen sind auf der Position eher begnadet in den letzten 20 Jahren. Auch Ingvild Stensland in der Offensive macht richtig Spaß. Die Norwegerinnen haben zudem vorne noch ganz junge Talente. Ich bin wirklich gespannt, wie die sich gegen Deutschland präsentieren. Das sind die traditionellen Begegnungen, die lauten im Frauenfußball etwas anders als bei den Männern. Bei Deutschland - Norwegen gibt es eine Rivalität, seit ich Frauenfußball verfolge. Da geht es auch ums Prestige."

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 28.07.2013, 15.20 Uhr

Stand: 10.07.13 11:20 Uhr