Jubelnde Niederländerinnen © imago/Pro Shots

Viertelfinale

Niederlande zaubert sich ins Halbfinale

von Olaf Jansen, sportschau.de

Die Niederlande haben bei der Frauen-EM im eigenen Land als erstes Team das Halbfinale erreicht. Schweden hatte beim 0:2 (0:1) keine Chance gegen den Angriffswirbel in oranje. Nächster Gegner der Niederlande ist der Sieger der Begegnung zwischen Frankreich und England.

Im restlos ausverkauften Stadion von Doetinchem, gleich hinter der deutschen Grenze gelegen, machten die 12.500 Zuschauer von Anpfiff an eine Menge Lärm, peitschten ihr niederländisches Team sofort mächtig nach vorn. Doch dieser Support schien Eindruck zu machen auf die Frauen in Orange, die eine solche Kulisse natürlich nicht gewohnt sind. Das reibungslose Spiel in die Offensive stockte, viele kleine technische Fehler und Fehlpässe ließen den niederländischen Angriffsmotor erst einmal stocken.

Schwedische Abwehr gut organisiert

Außerdem hatten sich die routinierten schwedischen Abwehrspielerinnen - es standen gleich sechs Frauen jenseits der 30 in der Anfangsformation - sehr gut auf das gefährliche Angriffstrio der Niederländerinnen mit Vivianne Miedema, Shanice van de Sanden und Lieke Martens eingestellt. Sie ließen den dreien keinen Raum, standen ihnen eng auf den Füßen.

Das Problem der Schwedinnen, die bei Olympia im Vorjahr noch im Finale gestanden hatten: Bei aller guten Organisation in der Defensive hatten sie nach vorn kaum etwas zu bieten. An der einst so gefährlichen Mittelstürmerin Lotta Schelin läuft das Spiel der Skandinavierinnen schon während des gesamten Turniers vorbei, der jungen Stina Blackstenius fehlt es an Schnelligkeit und technischer Raffinesse. So passierte erst einmal nicht viel vor den Toren. Einzig einer der mittlerweile bekannten Torwartfehler des Turniers sorgte für etwas Aufregung: Schwedens Hedwig Lindahl flog in der 17. Minute an einer Flanke vorbei, die hinter ihr wartende Miedema konnte das Geschenk allerdings nicht nutzen.

Martens gelingt das Führungstor

Sonst war nicht viel los, allerdings legten die Gastgeberinnen nach rund einer halben Stunde ihre Nervosität etwas ab. Und sie wurden gleich mit dem Führungstreffer belohnt: Nach einem Foul von der oft ungestümen Jessica Samuelsson an Miedema an der Strafraumgrenze legte sich Martens den Ball zum Freistoß zurecht. Und sie hatte leichtes Spiel, denn Lindahl im schwedischen Tor hatte sich hinter ihrer eigenen Abwehrmauer platziert und somit keine Chance, an den ins freie Eck platzierten Schuss der niederländischen Nummer elf heranzukommen - 1:0 für die Niederlande.

Der zweite Abschnitt begann mit einer Schrecksekunde für die Gastgeberinnen, als Schwedens Fridolina Rolfö plötzlich ganz frei war, aus 14 Metern aber das Tor nicht traf. Wenig später war Blackstenius frei durch, verzog aber ebenfalls. Kein Treffer für Schweden, aber die Erkenntnis: Die niederländische Abwehr mit den nicht besonders schnellen Innenverteidigerinnen Stephanie van der Gragt und Anouk Dekker ist durchaus anfällig. Allein: Schweden fehlten die Mittel, um dies auszunutzen.

Perfekter Konter zum 2:0

Und so bekam die Niederlande irgendwann die logischen Konterchancen. Und nutzte eine davon in der 64. Minute zum vorentscheidenden 2:0: Martens schlug einen perfekten Pass in den Lauf von van de Sanden, deren Querpass brauchte Miedema acht Meter vor dem Tor nur noch über die Linie zu drücken. Schweden war endgültig geschlagen und konnte sich glücklich schätzen, bei weiteren großen Kontergelegenheiten der Niederländerinnen in der Schlussphase nicht noch weitere Treffer kassiert zu haben. Und ein Ehrentor blieb ihnen auch verwehrt. Denn Schelin stand knapp im Abseits, als der Ball zehn Minuten vor dem Ende dann doch einmal im niederländischen Kasten lag.

 

Fußball UEFA-FRAUEN-EM 2017
Niederlande : Schweden

29.07.17 18:00 Uhr, Viertelfinale

Niederlande

Van Veenendaal - Van Lunteren, Dekker, Van Der Gragt (46. Van Den Berg), Van Es - Groenen, Van De Donk, Spitse - Van De Sanden (76. Jansen), Miedema, Martens (87. Beerensteyn)

2

Schweden

Lindahl - Samuelsson, Fischer, Sembrant, Andersson (81. Larsson) - Schelin, Dahlkvist, Seger, Asllani - Blackstenius, Rolfö (73. Folkesson)

0

Fakten und Zahlen zum Spiel

Ergebnis

  • 2:0 (1:0)

Tore

Strafen

Bes. Vorkommnisse

Ort

  • Doetinchem

Stadion

Zuschauer

  • 11106

Schiedsrichter

  • Bibiana Steinhaus (Hannover)

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | FIFA Frauen WM 2019 | 30.07.2017 | 17:20 Uhr

Stand: 29.07.17 19:31 Uhr