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Umstrittener Echouafni bleibt Frankreich-Coach

Der französische Fußballverband will die Zusammenarbeit mit Trainer Olivier Echouafni trotz des enttäuschenden Abschneidens von "Les Bleus" bei der Endrunde in den Niederlanden fortsetzen. Dem 44-Jährigen wurde sogar eine Vertragsverlängerung in Aussicht gestellt.

Noël Le Graët, Präsident der Fédération Française de Football (FFF), stärkte dem Coach via französischer Medien den Rücken. "Er ist sehr motiviert, die Spielerinnen schätzen das sehr. Er wird das Turnier analysieren und daraus die Schlüsse ziehen, was zu verbessern ist", erklärte der Verbandsboss. Er habe mit Echouafni telefoniert und werde sich "in Kürze" mit ihm treffen, kündigte Le Graët an. In diesem Gespräch wird es dann wohl auch um die Verlängerung des 2018 auslaufenden Vertrags des Coaches gehen. Es sei sein Wunsch, dass der 44-Jährige das Team auf die Heim-Weltmeisterschaft 2019 vorbereitet, sagte der FFF-Chef. Er habe nicht die Absicht, auf dem Trainerposten eine Veränderung vorzunehmen, so Le Graët.

Trainer kann Verbandsvorgabe nicht erfüllen

Szene der Partie Frankreich - Island:  Die Französin Wendy Renard (r) und Amandine Henry (l) kämpfen gegen die Isländerin Dagny Brynjarsdottir um den Ball. © Carmen Jaspersen/dpa Foto: Carmen Jaspersen

Frankreich um Kapitänin Wendy Renard (r.) verpasste das vom Verband ausgerufene Ziel Halbfinale.

Das Treuebekenntnis zu Echouafni kommt ein wenig überraschend. Denn die FFF hatte als Zielsetzung für die EM in den Niederlanden den Vorschlussrunden-Einzug ausgegeben. Mehr Anlass zum Nachdenken als das Viertelfinal-Aus gegen die starken Engländerinnen (0:1) gaben allerdings die überwiegend enttäuschenden Auftritte von "Les Bleus". In vier Partien gelang lediglich ein Sieg - ein glückliches 1:0 gegen Island. Im Angriffsspiel enttäuschten die Französinnen auf ganzer Linie, obgleich Echouafni nach seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr in Frédéric Née extra einen Offensiv-Trainer in seinen Stab aufgenommen hatte.

Licht und Schatten in knapp einjähriger Amtszeit

Dessen Arbeit schien auch Früchte zu tragen. Frankreich zählte ob seiner Ergebnisse im Vorfeld der EM sowie des Sieges beim hochkarätig besetzten Einladungsturnier um den "Shebelieves Cup" zu den Favoriten auf den Titel. In den Niederlanden zeigte das Team dann jedoch ein anderes Gesicht. Daraufhin waren im Blätterwald der "Grande Nation" Zweifel laut geworden, ob Echouafni der richtige Trainer sei. Zumal der 44-Jährige vor seinem Engagement bei der FFF noch keinerlei Erfahrung als Coach einer Frauenmannschaft gesammelt hatte. Der Übungsleiter selbst hatte nach dem Viertelfinale eine Fortsetzung seiner Arbeit offen gelassen. Es sei jetzt "nicht der richtige Zeitpunkt", darüber zu sprechen, sagte der 44-Jährige.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | FIFA Frauen WM 2019 | 03.08.2017 | 20:15 Uhr

Stand: 01.08.17 13:25 Uhr