Jubel bei den englischen Fußballerinnen © imago/foto2press

EM-Vorrunde, Gruppe D

England verlustpunktfrei ins Viertelfinale

von Hanno Bode, sportschau.de

Englands Fußballerinnen sind verlustpunktfrei in das Viertelfinale der EM in den Niederlanden eingezogen. Der WM-Dritte von 2015 feierte in seinem abschließenden Gruppenspiel einen 2:1 (1:1)-Erfolg gegen Außenseiter Portugal.

Erstmals seit 1982 gelang es damit einer A-Nationalmannschaft der Football Association (FA), bei einem Endrunden-Turnier drei Vorrundenpartien in Folge zu gewinnen. Mehr als eine nette Randnotiz soll dies für die Britinnen allerdings nicht sein. Der Titel ist das klar formulierte Ziel des Teams, das nun in der Runde der letzten Acht am Sonntag (30.7.17) auf die bis dato wenig überzeugenden Französinnen trifft. Gegen "Les Bleus" wird dann - anders als gegen Portugal - vermutlich auch wieder die vermeintliche Stamm-Elf auf dem Rasen stehen.

Coach Sampson rotiert zehn Spielerinnen raus

Englands Trainer Mark Sampson baute sein Team im Bewusstsein um den äußerst unwahrscheinlichen Fall eines Ausscheidens - die "Three Lionesses" hätten mit drei Toren Unterschied verlieren müssen - kräftig um. Im Vergleich zum zweiten Gruppenspiel gegen Spanien (2:0) standen gleich zehn neue Akteurinnen in der Anfangsformation. Zu ihnen zählte auch Rekordnationalspielerin Fara Williams, die vor 16 Jahren ihr Nationalmannschafts-Debüt feierte. Der Gegner damals hieß übrigens ebenfalls Portugal. Die 33-Jährige kam wie Keeperin Siobhan Chamberlain, Laura Bassett, Alex Greenwood und Alex Scott zu ihrem ersten Einsatz bei der Endrunde in den Niederlanden.

Duggan bringt "Three Lionesses" in Front

Die Engländerin Toni Duggan jubelt © imago/VI Images

Toni Duggan erzielte gegen Portugal ihr zweites Turniertor.

Bereits ein paar Minuten gespielt hatte Toni Duggan in den ersten beiden Begegnungen und beim 6:0-Kantersieg gegen Schottland als "Joker" sogar einen Treffer erzielt. Gegen Portugal durfte die Stürmerin nun unter tatkräftiger Mithilfe von Patricia Morais ihr zweites Turniertor bejubeln. Die Keeperin schoss die 26-Jährige unbedrängt an, diese reagierte geistesgegenwärtig und beförderte den Ball per Heber ins verwaiste Gehäuse (7.). Die Ibererinnen drohte jetzt dasselbe Schicksal zu ereilen wie den Schottinnen. Sie liefen Gefahr, vom Turnier-Mitfavoriten eine kostenlose Lehrstunde zu erhalten. Coach Francisco Neto stand an diesem Abend jedoch offenbar so gar nicht der Sinn nach derartigen "Fortbildungsmaßnahmen". Bereits nach einer Viertelstunde bat er seine Auswechselspielerinnen, sich warmzumachen.

Portugal hat die Runde der letzten Acht vor Augen

Auf einen raschen Tausch verzichtete der 36-Jährige dann allerdings. Seine Startelf hatte ihn mit einer feinen Kombination über mehrere Stationen, die Carolina Mendes erfolgreich abschloss, Milde gestimmt (17.). Hernach zeigte der FIFA-Weltranglisten-38. in den Zweikämpfen die eigentlich von Beginn an nötige Präsenz und unterband viele Angriffe der individuell überlegenen Engländerinnen frühzeitig. Allerdings profitierte der Außenseiter auch ein wenig von der zuweilen suboptimalen Abstimmung zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen bei den "Three Lionesses". Doch wie sollten bei zehn Umstellungen auch Automatismen im B-Team der Britinnen greifen? Den aufopferungsvoll kämpfenden Portugiesinnen dürfte diese Frage zur Pause nur bedingt unter den Fingernägeln gebrannt haben. Zumal sie die für sie frohe Kunde erreichte, dass Spanien im Parallelspiel gegen Schottland nach 45 Minuten überraschend mit 0:1 in Rückstand lag. Zu diesem Zeitpunkt stand der EM-Debütant tatsächlich im Viertelfinale.

Parris' Treffer ist Portugals EM-Aus

Doch die Hoffnungen der Ibererinnen auf den Einzug in die Runde der letzten Acht erhielten schnell einen Dämpfer. Drei Minuten nach dem Seitenwechsel ging die portugiesische Verteidigung zu zaghaft gegen Nikita Parris zu Werke, die Stürmerin schüttelte zwei Gegenspielerinnen ab und überwand Schlussfrau Morais zum 2:1 für den Favoriten. Im Anschluss kontrollierten die Engländerinnen das Geschehen, ohne dabei spielerisch restlos überzeugen zu können. Portugal stemmte sich mit viel Herz und letzter Kraft gegen die drohende Niederlage, war fußballerisch aber nur sporadisch in der Lage, die Britinnen vor Probleme zu stellen. So schlug für den Außenseiter am Ende die zweite Pleite im dritten Spiel und das EM-Aus zu Buche. Die punktgleichen Spanierinnen sicherten sich wegen der besseren Tordifferenz Rang zwei in der Gruppe D.

Fußball UEFA-FRAUEN-EM 2017
Portugal : England

27.07.17 20:45 Uhr, Spieltag 3 · Vorrunde, Gruppe D

Portugal

Morais - Borges, Rebelo, Costa, Do. Silva - Antunes, Pinto, Pires (80. Da Costa) - C. Mendes (64. Leite), Neto, Di. Silva (87. Luis)

1

England

Chamberlain - A. Scott, Bassett, Bright (60. Nobbs), Greenwood - Williams, Potter - Carney, Duggan (81. Stokes), Christiansen - Parris

2

Fakten und Zahlen zum Spiel

Ergebnis

  • 1:2 (1:1)

Tore

Strafen

Bes. Vorkommnisse

Ort

  • Tilburg

Zuschauer

  • 4000

Schiedsrichter

  • Kateryna Monsul (Ukraine)

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | FIFA Frauen WM 2019 | 30.07.2017 | 17:20 Uhr

Stand: 27.07.17 22:35 Uhr