Gero Bisanz (Archivbild) © picture-alliance/SVEN SIMON

1987

Gastgeber Norwegen überrascht

Nicht Titelverteidiger und Favorit Schweden, sondern Gastgeber Norwegen gewann 1987 die EM. Trude Stendal traf doppelt. Deutschland war in der Qualifikation gescheitert.

Die deutschen Fußballerinnen fehlten erneut, als 1987 in Norwegen die zweite Europameisterschaft ausgetragen wurde. Das Team von Trainer Gero Bisanz hatte in der Qualifikationsgruppe 1 Rang drei hinter Norwegen und Dänemark belegt, dabei aber bereits durch gute Leistungen gegen die skandinavischen Topmannschaften aufhorchen lassen. In den anderen drei Gruppen setzten sich England, Schweden und Italien durch und buchten so das Ticket für die Titelkämpfe, die vom 11. Bis 14. Juni im K.o.-System ausgetragen wurden.

Schweden gegen England mit Mühe

Gastgeber Norwegen duellierte sich im Semifinale in Oslo mit Italien und behielt mit 2:0 die Oberhand. Mehr Mühe hatte in der zweiten Vorschlussrunden-Partie Schweden. Der Titelverteidiger setzte sich gegen England in Moss erst nach Verlängerung 3:2 durch. Nach regulärer Spielzeit hatte es 2:2 gestanden.

Stendal Finalheldin

Symbolbild Frauenfußball © imago/Action Pictures

Norwegen schlug im EM-Finale 1987 Schweden.

So kam es am 14. Juni im Osloer Ullevaal-Stadion zum skandinavischen Finale, in das Norwegen als Außenseiter ging. Bis dato war es der Mannschaft um Ausnahmespielerin Heidi Störe nicht gelungen, Schweden zu bezwingen. Es sollte ein geschichtsträchtiger Tag für das Gastgeberland werden. Vor 8.408 Zuschauern gelang die große Überraschung, wurde der Titelverteidiger mit 2:1 in die Knie gezwungen. Die quirlige Trude Stendal avancierte dabei mit zwei Treffern zur Heldin ihrer Farben, Lena Videkulls Tor für Schweden hatte letztlich nur statistischen Wert. Für den norwegischen Fußballverband NFF war es der erste internationale Titel seit seiner Gründung 1902. Das Spiel um Platz drei hatte am Vortag Italien gegen England mit 2:1 gewonnen.

Stand: 20.06.17 10:10 Uhr