Inka Grings (M.) jubelt über ihr Tor gegen Italien. © dpa

2009

Deutschland verlängert Titel-Abo

Bei der EM-Endrunde 2009 in Finnland holte die deutsche Mannschaft ihren siebten Titel. Inka Grings wurde mit sechs Toren wie schon 2005 Torschützenkönigin.

Und der Sieger heißt: Deutschland. Zum fünften Mal nacheinander und zum siebten Mal insgesamt avancierten die deutschen Fußballerinnen bei der Endrunde in Finnland zu den besten Kickerinnen Europas. Das Ergebnis im Finale war standesgemäß: Das Team um Kapitän Birgit Prinz fertigte die Engländerinnen vor 15.877 Zuschauern mit 6:2 ab. Es war der höchste Finalsieg der EM-Geschichte. Wie Prinz traf Inka Grings im Endspiel im Olympiastadion von Helsinki zwei Mal. Die Stürmerin aus Duisburg war nach Unstimmigkeiten mit Bundestrainerin Silvia Neid gerade erst ins Team zurückgekehrt und wurde mit sechs Treffern wie schon 2005 Torschützenkönigin. Mehr Tore hatte zuvor keine Spielerin bei einer EM-Endrunde erzielt.

Drei Debütanten bei der Endrunde

Bei der Endrunde 2009 kam zum ersten Mal ein eigens entworfener EM-Ball ins Spiel. Außerdem durften nun zwölf statt wie bisher acht Mannschaften teilnehmen. 46 Teams, so viele wie nie zuvor, hatten sich in der Qualifikation um einen Platz beim EM-Turnier beworben. Neben den acht Mannschaften, die vier Jahre zuvor in England um den Titel gespielt hatten, lösten Russland und die drei Debütanten Island, die Ukraine und die Niederlande das Ticket für die Endrunde. Die Niederlande stellten schließlich die Überraschungsmannschaft des Turniers: Sie scheiterten erst im Halbfinale an England (1:2).

Herlovsen schockt Deutschland

Die deutsche Mannschaft wurde ihrer Favoritenrolle gerecht. Sie gab in der Vorrunde nicht einen Punkt ab und ließ gegen Norwegen (4:0), Frankreich (5:1) und Island (1:0) nur einen Gegentreffer zu. Als Sieger der Gruppe B erreichte die Mannschaft das Viertelfinale. Grings machte mit einem Doppelpack gegen Italien (2:1) den Einzug in die Vorschlussrunde perfekt. Einziger Wermutstropfen: Abwehrchefin Ariane Hingst verletzte sich am Knie und fiel für das Halbfinale aus. Dort passierte gegen Norwegen das Unvorhergesehene: Isabell Herlovsen, Tochter des früheren Gladbachers Kai Erik Herlovsen, brachte Norwegen nach zehn Minuten in Führung. Der Rekordeuropameister machte erst in der zweiten Halbzeit Ernst: Simone Laudehr (59.), Celia Okoyino da Mbabi (61.) und Fatmire Bajramaj in der Nachspielzeit drehten die Partie.

England erstmals in der K.o.-Runde

England hatte das erste Mal überhaupt die K.o.-Runde erreicht - durch die Hintertür. Nach einer überraschenden Niederlage gegen Italien (1:2) machten die kampfstarken Engländerinnen gegen Russland einen 0:2-Rückstand wett (3:2) und trotzten Gruppensieger Schweden einen Punkt ab (1:1). Als bester der drei Gruppendritten zog England ins Viertelfinale ein und warf Gastgeber Finnland aus dem Turnier (3:2). Im Halbfinale stand der Mannschaft von Trainerin Hope Powell dann das Glück zur Seite: Sie setzte sich in der Verlängerung gegen EM-Debütant Niederlande durch.

12.000 Euro Prämie für jede Spielerin

Kapitän Birgit Prinz (M.) und ihre Mitspielerinnen jubeln über den Europameister-Titel 2009. © Witters Foto: Valeria Witters

Kapitän Birgit Prinz (M.) mit dem EM-Pokal.

Im Endspiel gegen Deutschland hatte England dann keine Chance. Prinz und Grings glänzten mit zwei Toren. Außerdem trafen Melanie Behringer und Newcomerin Kim Kulig. "Der Endspielgegner hatte eine große Klasse. Es war das Spiel, das ich erwartet habe. Aber ich habe nicht gedacht, dass so viele Tore fallen würden", sagte Neid. Bei ihrer Rückkehr nach Deutschland wurden die Titelhamster in Frankfurt von 8.000 Fans gefeiert. Im Gepäck hatten sie nicht nur den EM-Pokal: Jede Europameisterin bekam vom Deutschen Fußball-Bund 12.000 Euro Prämie ausgezahlt. Ein Riesensprung: Beim ersten Titelgewinn 1989 hatte es noch ein Kaffeeservice als Belohnung gegeben. Am Ende des Jahres wurde das Neid-Team zur deutschen Mannschaft des Jahres gewählt.

Stand: 27.05.13 17:43 Uhr