Mandy Islacker © imago/foto2press

Deutsches Team

Mandy Islacker: Bereit für den Durchbruch?

Mandy Islacker ist Champions-League-Siegerin, zweimal in Folge wurde die Stürmerin im Trikot des 1. FFC Frankfurt zuletzt Bundesliga-Torschützenkönigin - und kehrt nun zu Bayern München zurück. Doch in der Nationalelf läuft es für die gebürtige Essenerin noch nicht so richtig rund. In den Niederlanden soll sich das ändern.

Den "größten Moment meiner Karriere" hat Mandy Islacker schon hinter sich. Jedenfalls sprach die 1,64 Meter große Blondine von genau diesem, nachdem sie den 1. FFC Frankfurt im Finale der Champions League 2014/2015 gegen Paris Saint-Germain in der Verlängerung zum 2:1-Sieg geschossen hatte. "Ich kann es noch gar nicht richtig glauben. Es ist unfassbar", jubelte Islacker. Die Stürmerin, die erst nach einer Stunde eingewechselt worden war, hatte mal wieder das getan, was sie am besten kann: Tore schießen.

Egal ob in München, Duisburg, Cloppenburg oder eben Frankfurt - den Ball hat die Angreiferin konstant versenkt. Zuletzt war Islacker sogar zweimal die Beste von allen. In der Saison 2015/2016 traf sie 17-mal ins gegnerische Tor, in der abgelaufenen Runde steigerte sie sich mit 19 Toren sogar noch einmal. Und auch im DFB-Team kann sich ihre Quote sehen lassen. Seit ihrem Debüt im Oktober 2015, als sie beim 2:0 gegen Russland prompt die Führung markierte, traf sie bei jedem dritten Einsatz (5/15).

Mit Olympia ging "ein Traum in Erfüllung"

Mandy Islacker (r.) jubelt mit Dzsenifer Marozsan © imago/Revierfoto

Auch in der Nationalelf ist Mandy Islacker (r.) treffsicher.

Und trotzdem spielt Islacker im Nationalteam bisher lediglich eine Nebenrolle. "Dass ich jetzt hier dabei bin, damit ist auf jeden Fall ein Traum in Erfüllung gegangen. Das hätte ich niemals gedacht. Ich freue mich sehr, dabei zu sein und genieße jeden Augenblick", sagte sie vor den Olympischen Spielen. Dabei sein, war alles: In Rio hatte die 28-Jährige drei Einsätze, wobei sie zweimal eingewechselt wurde - im Finale war sie nur Zuschauerin. Auch unter Bundestrainerin Steffi Jones hat Islacker ihren Platz noch nicht gefunden, pendelt zwischen Rasen und Ersatzbank.

Islacker trifft und trifft - trotz Querelen beim FFC

In Frankfurt stand Cheftrainer Matt Ross ob seiner Arbeit mit der Mannschaft stark in der Kritik. Wegen seines Trainings sollen sogar Spielerinnen bei Manager Siggi Dietrich vorstellig geworden sein. Abwehrspielerin Peggy Nietgen beschwerte sich in Frankfurter Medien sogar öffentlich über Mobbing - und wurde suspendiert. Nicht von ungefähr ist der FFC in der abgelaufenen Saison noch hinter dem SC Freiburg nur Fünfter geworden. Es spricht für Islackers Nervenstärke, dass sie trotz der ganzen Querelen konstant weiter getroffen hat. Ein Umstand, der Begehrlichkeiten weckte. Beispielsweise in München. Dorthin verlegt Islacker, die in Frankfurt noch einen Kontrakt bis 2018 besaß, nach der EM ihren Lebensmittelpunkt. Wenige Tage vor Beginn der Endrunde unterzeichnete die Stürmerin bei Vizemeister FC Bayern, für den sie bereits von 2007 bis 2010 spielte, einen Dreijahresvertrag.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | UEFA-Frauen-EM | 17.07.2017 | 17:40 Uhr

Stand: 11.07.17 13:36 Uhr