Frust bei der schwedischen Stürmerin Kosovare Asllani © imago/Kamerapress

Gruppe A

Zwischen Traum und Trauma: Schweden nur 1:1

Hanno Bode, sportschau.de

Gastgeber Schweden ist im Eröffnungspiel der UEFA-Frauen-EM 2013 nicht über ein 1:1 (1:1) gegen Nachbarn Dänemark hinausgekommen. Der Titelträger von 1984 verschoss dabei am Mittwochabend (10.07.13) vor 16.700 Zuschauern im ausverkaufen Gamla-Ullevi-Stadion zwei Strafstöße.

Pia Sundhage hatte ihre Mannschaft nach der kurzen Eröffnungsfeier sowie den Nationalhymnen noch einmal zusammengerufen und ihre Spielerinnen im Kreis lautstark eingestimmt. Und die Worte der "Welttrainerin des Jahres 2012" schienen Gehör gefunden zu haben. Schweden bestürmte umgehend nach dem Anpfiff das dänische Gehäuse und besaß bereits nach 19 Sekunden durch eine "französische Koproduktion" die Chance zur Führung: Lotta Schelin (Olympique Lyon) passte auf Kosovare Asllani (Paris Saint-Germain), die jedoch aus der Drehung über das Gehäuse schoss. Zwei Minuten später kam Caroline Seger im Strafraum frei zum Abschluss, verzog aber ebenfalls. Dänemark schien hoffnungslos überfordert mit dem Angriffswirbel der Gastgeber, hatte jedoch einen Plan bereit, sich aus der Umklammerung zu befreien. Die Elf von Coach Kenneth Heiner-Möller suchte ihr Heil fortan selbst in der Offensive, überzeugte durch schöne Ballstafetten und schnelles Überbrücken des Mittelfelds.

Knudsen schockt Schweden - Fischer egalisiert

Die Dänin Mariann Knudsen (l.) und die Schwedin Nilla Fischer (r.) © dpa-bildfunk Fotograf: Adam Ihse

Torschützinnen unter sich: Die Dänin Mariann Knudsen (l.) im Duell mit Nilla Fischer.

Nicht unverdient, aber etwas glücklich ging der Außenseiter in der 26. Minute in Führung. Nach einem Freistoß aus der eigenen Hälfte setzte sich Mariann Knudsen in Höhe der Mittellinie gegen Seger durch, rannte in Richtung Strafraum, wurde von den schwedischen Verteidigerinnen nur halbherzig angegriffen und zog aus mittiger Position ab. Keeperin Kristin Hammarström zeigte keine Reaktion, wäre gegen den Flachschuss ins linke untere Eck aber wohl ohnehin chancenlos gewesen. Den Gastgeberinnen stand der Schock über den Rückstand ins Gesicht geschrieben. Allerdings nur kurz. Dann nahm die Sundhage-Mannschaft wieder die selbstbewusste Körperhaltung an, mit der sie den Rasen betreten hatte. Der Ausgleich fiel allerdings in die Rubrik "glücklich". Denn bei einem Freistoß von Sara Thunebro aus zentraler Position vergaß die dänische Abwehr schlichtweg die aufgerückte Verteidigerin Nilla Fischer. Der Rest war für die 28-Jährige Formsache. Per Kopf traf sie ins lange Eck (35.). Kurz darauf bot sich Asllani sogar die Möglichkeit zum 2:1. Doch ihr Versuch stellte Schlussfrau Stina Petersen vor keine Probleme (40.).

Gruppe A

Rasantes Eröffnungsspiel mit zwei Fehlschüssen

Bukh vergibt 2:1 für Dänemark

Zu Beginn des zweiten Abschnitts blieben Strafraumszenen Mangelware. Beide Teams neutralisierten sich weitgehend im Mittelfeld, wobei die Gastgeberinnen etwas mehr Zug zum Tor entwickelten und durch eine verunglückte Flanke von Antonia Göransson die erste Gelegenheit besaßen (60.). Dänemarks Antwort blieb nicht aus. Nach einem Ballgewinn und anschließendem Pass in die Tiefe tauchte Julie Rydahl Bukh frei vor Keeperin Hammarström auf, die den erneuten Rückstand ihres Teams mit zwei Reflexen aber verhindern konnte (65.).

Petersen hält zwei Elfmeter

Dänemarks Torhüterin Stina Petersen (r.) jubelt mit ihren Mitspielerinnen. © dpa-bildfunk Fotograf: Bjorn Larsson Rosvall

Heldin des Tages: Dänemarks Torhüterin Stina Petersen (r.).

Stattdessen wäre Schweden im Gegenzug beinahe in Führung gegangen. Dänemarks Verteidigerin Christina Örntoft konnte Asslani nur noch mit einem Foul stoppen, die Angreiferin stolperte und fiel schließlich im Strafraum - und Schiedsrichterin Bibiana Steinhausdarauf rein. Die Unparteiische aus Hannover zeigte auf dem Elfmeterpunkt, obwohl der sanktionierte Kontakt vor dem 16-Meterraum stattgefunden hatte. Kleine Sünden bestraft der (Fußball)-Gott aber bekanntlich sofort. Und so stellte Schelins mit wenig Esprit versehener Strafstoß Torfrau Petersen vor keine großen Probleme (67.). Die 27 Jahre alte Schlussfrau von Bröndby IF wurde in der 85. Minute endgültig zur Heldin ihrer Farben, als sie einen weiteren Penalty von Asslani parierte. Diesmal hatte ein Handspiel von Theresa Nielsen Schiedsrichterin Steinhaus keine andere Wahl gelassen, als auf den Punkt zu zeigen. "Es ist ein unglaubliches Erlebnis, ich weiß gar nicht, wie ich das gemacht habe. Ich habe einfach nur die richtige Seite ausgewählt", sagte die umjubelte Petersen.

Stand: 10.07.13 22:23 Uhr