Duggan trifft spät und lässt England hoffen

Englands Toni Duggan (r.) wird für einen Treffer gefeiert. © dpa - Bildfunk Fotograf: Stefan Jerrevang

Gruppe C

Duggan trifft spät und lässt England hoffen

Matthias Heidrich, sportschau.de

Mitfavorit England hat dank Toni Duggan gerade noch einmal die Kurve bekommen. Die Stürmerin traf in der Nachspielzeit zum schmeichelhaften 1:1 gegen Russland und lässt den Vize-Europameister von 2009 weiter auf den Viertelfinaleinzug hoffen.

2009 stand England noch im EM-Finale, zog allerdings gegen Deutschland den Kürzeren. Vier Jahre später quält sich der Mitfavorit von der Insel durch die Vorrunde. Nach dem bitteren 2:3 gegen Spanien kam das Team von Trainerin Hope Powell Montag (15.07.2013) im zweiten Gruppenspiel gegen Russland in Linköping nur zu einem schmeichelhaften 1:1 (0:1). Erst in der dritten Minute der Nachspielzeit erlöste Toni Duggan die Engländerinnen mit ihrem Treffer zum Ausgleich. Trotzdem stehen die "Three Lionesses" im letzten Gruppenspiel am Donnerstag (18.07.2013) gegen Frankreich damit gehörig unter Druck.

Jill Scott scheitert an Todua und dem Pfosten

Eine späte Belohnung für engagierte Engländerinnen, die von Beginn an den Vorwärtsgang einlegten und den Russinnen kaum Luft zum atmen ließen. Ellen Whites (2.) Drehschuss strich noch weit über das Tor der Osteuropäerinnen, doch als Jill Scott in der neunten Minute mit einem Spannschuss Maß nahm, musste Elwira Todua im russischen Tor alles aufbieten, um das Leder an den Pfosten zu lenken. Russland antwortete mit einem gefährlichen Konter. Doch Nelli Korowkina (11.) zielte aus der Distanz knapp am Winkel vorbei. Englands Torfrau Karen Bardsley wäre machtlos gewesen. Bitter für die Engländerinnen: Bereits nach 18 Minuten musste Trainerin Powell wechseln. Rachel Yankey musste verletzt raus, für die Mittelfeldspielerin vom FC Arsenal kam Karen Carney in die Partie. Der Mitfavorit von der Insel drückte weiter, hatte nach einer Ecke durch einen Kopfball von Stefanie Houghton noch eine hundertprozentige Chance, die allerdings knapp vorbei ging.

Korowkina bringt Russland überraschend in Führung

Jubelnde russische Spielerinnen © dpa - Bildfunk Fotograf: Stefan Jerrevang

Russland ging durch Nelli Korowkina in Führung.

Die Russinnen ließen sich nicht locken, verteidigten extrem tief und suchten ihr Heil in Kontern. Die Engländerinnen kamen vornehmlich über die rechte Seite mit der schnellen Eniola Aluko, gegen die die Russinnen auf verlorenem Posten standen. Die Stürmerin des FC Chelsea war es auch, die Alex Scott in der 33. Minute schön in Szene setzte, doch die Direktabnahme der Außenverteidigerin strich am rechten Pfosten vorbei. Kurz darauf stellte Korowkina den Spielverlauf auf den Kopf. Nach einer hohen Hereingabe traf Jelena Terechowa den Ball nicht richtig, dafür aber den Kopf von Korowkina, die zum 1:0 für Russland einnickte (38.).

Duggan: Erst die Latte, dann ins Tor

Nach dem Seitenwechsel stemmten sich die Engländerinnen gegen die drohende zweite Vorrundenniederlage. Zählbares sprang dabei zunächst nicht heraus. Nach einer Stunde hätte White allerdings das 1:1 machen müssen. Eine wunderbar getimte Hereingabe von Carney musste die Stürmerin aus kurzer Distanz nur über die Linie drücken. Doch die Angreiferin vom FC Arsenal brachte das Kunststück fertig, die Kugel aus drei Metern am Pfosten vorbeizusetzen. England hatte zwar wie schon im ersten Durchgang mehr Ballbesitz, doch die Russinnen standen in den zweiten 45 Minuten sicherer und hatten in Todua eine umsichtige Torhüterin, die gut mitspielte. Dann brach die Schlussphase an und Duggan trat auf den Plan. Zunächst traf die Stürmerin aus Everton nur die Querlatte (90.). Doch Sekunden vor dem Abpfiff bot sich der 21-Jährigen noch eine Chance, die sie mit einem platzierten Flachschuss nutzte.

Stand: 15.07.13 20:02 Uhr