Schwedische Fans bei der Frauenfußball-Europameisterschaft © picture alliance /Picagency/EXPA/picturedesk.com Fotograf: Picagency

Bilanz

UEFA lobt "beste Frauen-EM der Geschichte"

Das fußballerische Niveau ist gestiegen, das Interesse war groß: Mehr als 200.000 Zuschauer verfolgten die Spiele der Frauen-EM in Schweden live in den Stadien - das ist Rekord.

Die Fußball-Europameisterschaft der Frauen in Schweden hat nach Einschätzung des europäischen Verbands UEFA neue Maßstäbe gesetzt. "Das war die beste Frauen-EM der Geschichte", lobte UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino am Samstag (27.07.13) auf der Abschluss-Pressekonferenz in Solna die schwedischen Organisatoren sowie die Leistungen der zwölf teilnehmenden Mannschaften. Wie Turnierdirektor Göran Havlik mitteilte, werden die 25 EM-Spiele am Ende mehr als 200.000 Zuschauer in den Stadien (mehr als 8.000 im Schnitt) verfolgt haben - das ist Rekord. Für das Finale am Sonntag (28.07.13/16 Uhr live im Ersten und im Social TV und im Live-Ticker hier bei sportschau.de) zwischen Deutschland und Norwegen in der Friends Arena sind bereits 44.000 Tickets verkauft. Der bisherige Rekord für ein EM-Spiel stammt von 2005, als 29.092 Fans die Partie in Manchester zwischen Gastgeber England und Finnland sahen. Die Stadien in Schweden waren zu 75 Prozent ausgelastet.

Alle Teams spielen viel schneller

Anja Mittag (l.) schießt aufs Tor. © dpa-bildfunk Fotograf: Bjorn Larsson Rosvall

Das Halbfinale zwischen Deutschland - hier mit Anja Mittag (l.) - und Schweden war die beste Partie des Turniers.

Die Strategie, mit Ausnahme des Endspiels in Solna in eher kleinere Arenen zu gehen, hat sich laut Havlik als richtig erwiesen. "Es ist besser, wenn mittelgroße Stadien fast voll sind als wenn große halb leer bleiben", sagte er. "Wir sind stolz auf das Turnier." Auch Karen Espelund, Vorsitzende des UEFA-Frauenfußball-Komitees, zog eine durchweg positive Bilanz. Das Niveau der Spiele sei deutlich gestiegen. "Alle Mannschaften spielen schneller als je zuvor." Eine genaue Analyse könne die "Technical Studygroup" aber erst nach der EM vorlegen. Schon bei der Endrunde in vier Jahren wird der Modus geändert. Dann nehmen 16 statt wie bisher zwölf Mannschaften am Turnier teil. Sieben Länder (Österreich, Frankreich, Israel, die Niederlande, Polen, Schottland und die Schweiz) haben sich um die Austragung beworben.

Gulbrandsen musste Urlaubsflug stornieren

Dass in Deutschland und Norwegen erneut zwei Frauenfußball-Nationen mit großer Tradition im Endspiel stehen, ändere laut Espelund nichts daran, dass andere Länder aufgeholt hätten. 25 Millionen Euro steckt die UEFA in einem Zeitraum von vier Jahren in die Entwicklung des Frauenfußballs, jedes Mitgliedsland erhält 100.000 Euro im Jahr. Einen nachhaltigen Erfolg erwartet die 51 Jahre alte Norwegerin vor allem von den U-17- und U-19-Europameisterschaften. Vom Finaleinzug ihrer Heim-Mannschaft Norwegen zeigte sich offenbar nicht nur Espelund, sondern auch die Spielführerin Solveig Gulbrandsen überrascht. "Sie hat mir erzählt, dass sie für den Finaltag schon einen Urlaubsflug gebucht hatte. Den musste sie nun stornieren", sagte Espelund.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 28.07.2013, 15.20 Uhr

Stand: 27.07.13 14:44 Uhr