Celia Okoyino da Mbabi: Die Torgarantie

Celia Okoyino da Mbabi © picture-alliance/GES Fotograf: Markus Gilliar

Angriff

Celia Okoyino da Mbabi: Die Torgarantie

Sie schießt Tore am Fließband und hat dabei fast immer ein Lächeln auf den Lippen: Celia Okoyino da Mbabi. Auf der Stürmerin ruhen die deutschen Hoffnungen.

"Ich spiele Fußball, weil's mir tierisch Spaß macht", sagt Celia Okoyino da Mbabi - und man sieht es ihr an. Die 25-Jährige hat immer ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen und eine überragende Torquote. "Momo" trifft statistisch gesehen in jedem zweiten Länderspiel und hat sich mittlerweile in die Top Ten der Ewigen Torschützenliste des Deutschen Fußball-Bundes vorgeschoben.

Afrikanische Leichtigkeit, französisches Spielverständnis

Die in Bonn geborene Frau mit dem Zungenbrecher-Familiennamen ist ein begnadetes Talent und eine der interessantesten Persönlichkeiten in der Nationalmannschaft. Ihr Vater Elias ist Kameruner, ihre Mutter Marie-Francoise Französin. "Wenn jemand sagt, ich würde afrikanische Leichtigkeit, französisches Spielverständnis und deutsche Spielintelligenz in mein Spiel einbringen, dann widerspreche ich nicht: Ich habe mir das Schönste von allen ausgesucht", erzählte die Integrationsbotschafterin des Deutschen Fußball-Bundes einmal der "Frankfurter Rundschau".

Erst 2004 eingebürgert

Nachdem sie ihren Bruder Nicolas einmal zum Training beim TuS Germania Hersel begleitet hatte, kam sie vom Fußball nicht mehr los. Von Anfang an hatte sie einen unbändigen Drang zum Tor und räumte regelmäßig Torjägerkronen ab. Wie selbstverständlich absolvierte Okoyino da Mbabi auch Auswahllehrgänge - bis sie 2004 bei der U19-WM spielen sollte und plötzlich auffiel, dass sie noch gar keinen deutschen Pass hatte. Flugs wurden sie und ihre Eltern eingebürgert. Als jüngste Spielerin im Turnier wurde Okoyino da Mbabi Weltmeisterin. Ihr kometenhafter Aufstieg begann.

Deutsches Team

Celia Sasic: Das "Steh-Auf-Fräulein"

Schienbeinbruch und Pfeiffersches Drüsenfieber

Steckbrief Celia Sasic

Position: Angriff
Trikotnummer: 13
Verein: 1. FFC Frankfurt
geboren am: 27. 6. 1988 in Bonn
Größe: 174 cm
Gewicht: 61 kg
Länderspiele: 104
Länderspieltore: 57
Länderspiel-Debüt: 28. Januar 2005 gegen Australien (0:1)
größte Erfolge im Nationalteam: Europameisterin 2009 und 2013, Olympia-Bronze 2008

Okoyino da Mbabi spielte inzwischen beim SC 07 Bad Neuenahr. Anfang 2005 gab sie gegen Australien (0:1) ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft - da war sie 16. Doch dann verletzte sie sich beim Skifahren und verpasste die Europameisterschaft. Trotz ihrer großen Erfolge blieben Verletzungen auch in den Folgejahren ständige Begleiter. In ihren ersten 50 Länderspielen wurde sie 42 Mal eingewechselt. Bei der WM 2007 in China fehlte sie nach einem Schienbeinbruch. 2008 holte sie in Peking Olympia-Bronze. Danach verpasste sie die Bundesliga-Hinrunde komplett, weil ihr Nägel und Schrauben aus dem Schienbein entfernt werden mussten. Schließlich erkrankte sie Anfang 2009 am Pfeifferschen Drüsenfieber. Bei der EM kam sie deshalb nur als Joker zum Einsatz.

17 Tore in der EM-Qualifikation

Die deutsche Fußball-Nationalspielerin Celia Okoyino da Mbabi jubelt. © Witters Fotograf: Uwe Speck

Celia Okoyino da Mbabi hat oft Grund zum Jubeln.

Okoyino da Mbabi ist eine hochintelligente Spielerin. 2007 legte sie ihr Abitur zweisprachig ab - in Deutsch und Französisch. Wenn sie nicht Fußball spielt, studiert sie Kulturwissenschaft an der Universität Koblenz. "Ich brauche auch etwas anderes für meinen Kopf", sagt der Fan von Bayer Leverkusen. Seit 2011 ist Okoyino da Mbabi in der Nationalmannschaft gesetzt. Sie war eine der Hoffnungsträgerinnen bei der Heim-WM, traf beim 2:0 gegen Kanada und beim 4:2 gegen Frankreich. Im Viertelfinale gegen Japan erwischte sie, wie so viele andere, einen rabenschwarzen Tag. 2012 wurde sie zur "Fußballerin des Jahres" gewählt. In der EM-Qualifikation schoss sie 17 Tore - so viele wie keine andere Spielerin. Dreimal gelang ihr dabei sogar ein Viererpack: im November 2011 beim 17:0 gegen Kasachstan, im März 2012 beim 5:0 gegen Spanien und im April 2012 beim 6:0 gegen die Schweiz. Der EM-Sommer ist nun auch eine Zeit des Umbruchs für sie. Nach neun Jahren hat sie den insolventen SC 07 Bad Neuenahr verlassen und ist ihrem Trainer Colin Bell zum 1. FFC Frankfurt gefolgt. "Es reizt mich sehr, ab der kommenden Saison daran mitzuarbeiten, den Weg zu neuen Erfolgen zu finden", schrieb sie über den Wechsel auf ihrer Facebook-Seite. Ihr Vertrag am Main läuft bis 2016.

Stand: 28.07.13 22:11 Uhr