Die deutsche Frauenfußball-Nationalspielerin Dzsenifer Marozsan © picture alliance/dpa Fotograf: Carmen Jaspersen

Deusches Team

Wird Marozsan wieder zum "Schweden-Schreck"?

Deutschland hofft am Montag gegen Schweden auf einen erfolgreichen EM-Auftakt. Große Hoffnungen liegen dabei auf Dzsenifer Marozsan, die gegen die Skandinavierinnen zuletzt immer traf.

Bevor sich Deutschlands Kapitänin Dzsenifer Marozsan und die Schwedin Caroline Seger vor einigen Wochen zu ihren Nationalmannschaften aufmachten, haben die beiden Mittelfeldakteurinnen vom Triple-Gewinner Olympique Lyon noch ein Pläuschchen über das bevorstehende EM-Gruppenspiel beider Teams am Montag (17.07.17, 20.45 Uhr, live im Ersten und hier im Livestream) gehalten. Natürlich wurden dabei auch die vergangenen Duelle der beiden Frauenfußball-Schwergewichte thematisiert. Und Seger, die mit den Skandinavierinnen zuletzt regelmäßig den Kürzeren gegen den Rekordeuropameister zog, machte ihrer Clubkameradin - wenn auch nur im Flachs - eine klare Ansage. "Sie meinte, dass ich ja gerne gegen Schweden treffe und das nun mal sein lassen soll", erzählte Marozsan am Freitagmittag auf der Pressekonferenz des DFB.

Die deutsche Frauenfußball-Nationalspielerin Dzsenifer Marozsan (M.) beim Training in Sint-Michielsgestel © picture alliance/dpa Fotograf: Carmen Jaspersen

01:32 min | 14.07.2017 | Das Erste | Autor/in: Patrick Halatsch

DFB-Team fühlt sich im EM-Quartier "pudelwohl"

Deutschlands Fußballerinnen fiebern ihrem EM-Auftakt gegen Schweden entgegen. Die Bedingungen im EM-Quartier vor den Toren von 's-Hertogenbosch könnten kaum besser sein.

DFB-Kapitänin trifft auf Lieblingsgegner

Tatsächlich ist "Frankreichs Fußballerin des Jahres" für die Nordeuropäerinnen ein wahres Schreckgespenst. Vor vier Jahren schickte die 25-Jährige die Schwedinnen bei deren Heim-EM mit dem Siegtor zum 1:0-Erfolg im Semifinale ins Tal der Tränen. Im Achtelfinal-Duell beider Mannschaften bei der WM 2015 markierte die gebürtige Ungarin den 4:1-Endstand und im Olympia-Finale von Rio (2:1) erzielte sie das wichtige 1:0. Das "Herz des deutschen Spiels" (Bundestrainerin Steffi Jones) hätte am Freitag also durchaus Grund gehabt, von Schweden als "Lieblingsgegner" oder ein wenig gegen Seger zurückzusticheln. Doch das entspricht erstens nicht ihrem bescheidenen Naturell. Und zweitens ist Marozsan inzwischen zur Kapitänin des Titelverteidigers aufgestiegen und muss ihre Worte somit ohnehin mit Bedacht wählen.

"Die Mannschaft ist meine zweite Familie"

Und so verzichtete die Edeltechnikerin gänzlich auf Kampfansagen oder ähnliches und flüchtete sich stattdessen in Allgemeinplätze. "Es wird ein schweres Spiel. Es beginnt bei 0:0 und wir werden sehen, welche Mannschaft diesen Kampf gewinnen wird", erklärte die 25-Jährige. Auf ihre eigene beeindruckende Bilanz gegen den Olympia-Zweiten ging sie gar nicht weiter ein. Fragen zu ihrer Person schienen Marozsan insgesamt etwas unangenehm zu sein. Gerne sprach sie hingegen über die Mannschaft, die ihre "zweite Familie" sei "und alles von mir haben darf, was sie von mir haben will". Ein großes Lob verteilte der Lyon-Star auch an Bundestrainerin Jones: "Wir haben uns sehr gut weiterentwickelt. Man sieht, dass wir einen sehr, sehr guten Fußball spielen."

Marozsan fordert volle Konzentration von Beginn an

Ob die neu formierte, verjüngte deutsche Auswahl schon die Reife für eine Titelverteidigung hat, vermochte allerdings auch Marozsan nicht final zu sagen. "Es wird nicht einfach. Im Frauenfußball ist alles enger zusammengerückt. Wir müssen wirklich fokussiert und konzentriert sein", forderte die Spielgestalterin. Ein Erfolg gegen die mitfavorisierten Schwedinnen käme zwar noch nicht einer bestandenen Reifeprüfung gleich, wäre aber gewiss ein Ausrufezeichen. Und es wäre vielleicht das letzte Duell von Marozsan mit Seger bei einem Endrundenturnier. Ihre 32 Jahre alte Vereinskollegin hat die Fortsetzung ihrer Nationalmannschaftskarriere über die EM hinaus offen gelassen.

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Von Abily bis Wullaert: Die Stars der EM

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau live | 17.07.2017 | 17:40 Uhr

Stand: 14.07.17 16:31 Uhr