Englands Millie Bright (l.) und Spaniens Jennifer Hermoso im Duell © imago/VI Images

01:17 min | 24.07.2017 | Das Erste | Autor/in: Jan Neumann

England - Spanien 2:0

Hochklassiges Duell zweier Turnierfavoriten in Breda: England besiegt Spanien verdient. Die Britinnen sind einfach effektiver als ihre Gegnerinnen.

Hintergrund

Gruppe D: England und drei Außenseiter

England

Der Vize-Europameister von 1984 und 2009 entschied die Qualifikationsgruppe 7 mit sieben Siegen und einem Remis deutlich für sich. Lediglich gegen Belgien, das Zweiter wurde, ließen die "Three Lionesses" beim 1:1 Federn. Vier Jahre nach dem ernüchternden Vorrunden-Aus bei der Endrunde in Schweden wollen die Engländerinnen in den Niederlanden nun nach den Sternen greifen. Die Chancen auf den Titel hätten nie besser gestanden, frohlockte Rekord-Nationalspielerin Fara Williams: "Ich habe das Gefühl, dass wir eine realistische Chance haben, die Europameisterschaft zu gewinnen." Die Mannschaft glaube fest daran, "dass wir es schaffen können", sagte die 33-Jährige. Ihr Coach Mark Sampson ("Wir wissen, dass es schwer sein wird, uns zu schlagen") schlägt in dieselbe Kerbe: "Wir fahren dorthin, um die Trophäe zu gewinnen."

Unter Coach Sampson zurück in die Weltspitze

Der englische Frauenfußball-Nationaltrainer Mark Sampson © imago/Belga

Führte England 2015 zu WM-Bronze: Coach Mark Sampson.

Der 34 Jahre alte Waliser trat nach dem EM-Desaster 2013 die Nachfolge von Langzeit-Nationaltrainerin Hope Powell an. Sie war nach 15 Jahren im Amt ihrer Aufgaben entbunden worden. Sampson entschied sich gegen einen radikalen Neuaufbau. Statt die fußballerisch bereits damals zweifellos talentierte Mannschaft komplett auf links zu drehen, nahm er taktische Veränderungen vor und versuchte, den Teamgeist zu fördern. Mit Erfolg. Bei der WM vor zwei Jahren in Kanada präsentierte sich England als homogene Einheit, zeigte attraktiven, modernen Offensivfußball und wurde überraschend Dritter. Seinerzeit fehlten nur Nuancen zum ganz großen Triumph. Jetzt - so die einhellige Meinung im Lager der "Three Lionesses" -, ist die Zeit für einen Titel reif. "Ich glaube, die Mannschaft hat das Potenzial, die beste der Welt zu werden", sagte Sampson.

Kaum Überraschungen im Aufgebot

Die englische Fußball-Nationalspielerin Steph Houghton © imago/ZUMA Press

Kapitänin der "Three Lionesses": Steph Houghton.

Bereits am 3. April gab der 34-Jährige sein endgültiges EM-Aufgebot bekannt und erntete dafür einige Kritik in den englischen Medien. Der Trainer aber verteidigte seine Maßnahme. Sie sei "notwendiger Bestandteil" der Vorbereitung. Er müsse seinen Spielerinnen einen "riesigen Vertauensvorschuss" geben, führte Sampson aus. Er sieht den Teamgeist als elementare Voraussetzung für einen Triumph an. Nicht verwunderlich also, dass der Trainer größtenteils ihm vertrautes Personal nominiert hat. 19 der 23 Spielerinnen standen auch bei der WM in Kanada im Aufgebot. Hinzu kommen in Millie Bright, Isobel Christiansen, Nikita Parris und Demi Stokes vier Akteurinnen, die noch über keine Endrunden-Erfahrung verfügen. "Wir sind zuversichtlich, dass dies das richtige Aufgebot ist, um Europameister werden zu können", erklärte Sampson.

Kirby und Greenwood trotz langen Pausen nominiert

Der Übungsleiter berief etwas überraschend auch Francesca Kirby in seinen Kader, obwohl die Chelsea-Stürmerin wegen Knie- und Knöchelproblemen lange ausgefallen war. "Es ist schön zu wissen, dass Mark mir vertraut, obwohl ich im vergangenen Jahr nicht so viel gespielt habe", sagte die 24-Jährige. Wie Kirby verpasste auch Liverpools Verteidigerin Alex Greenwood verletzungsbedingt viele Spiele. Sie zählt dennoch ebenfalls zum Aufgebot.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau live | 17.07.2017 | 17:40 Uhr

Stand: 26.06.17 14:11 Uhr