Freude bei den deutschen Fußball-Nationalspielerinnen Sara Däbritz (M.) und Dzsenifer Marozsan (r.) © picture alliance/Pressefoto ULMER Fotograf: Markus Ulmer

02:03 min | 01.07.2017 | Das Erste | Autor/in: Marc Mokrisch

Vorfreude auf die EM der kurzen Wege

16 Teams, ein Ziel: Das Finale in Enschede. Gleich mehrere Teams gehen als Favoriten in das größte EM-Turnier aller Zeiten. Zu ihnen zählt auch Titelverteidiger Deutschland.

Hintergrund

Gruppe B: Zwei Stolpersteine für DFB-Elf

Auf Titelverteidiger Deutschland warten gleich in der Vorrunde schwere Aufgaben. Zum Auftakt steht für die DFB-Auswahl das ewig junge Duell mit Schweden auf dem Programm. Im Anschluss wartet in Italien der Viertelfinal-Gegner von 2013 auf den Rekordeuropameister. Zum Abschluss der Gruppenphase geht es dann gegen Russland, das in der Qualifikation zweimal bezwungen werden konnte. Alles zur deutschen Mannnschaft gibt es hier. Die Kontrahenten im Überblick.

Schweden

Der Olympia-Zweite von Rio gewann die Qualifikationsgruppe 4 letztlich ungefährdet. Erst im abschließenden Spiel bei Verfolger Dänemark bekam die bis dahin weiße Weste des Europameisters von 1984 Flecken. Er verlor die für ihn bedeutungslose Partie in Viborg mit 0:2. Bei der Endrunde in den Niederlanden wird die Auswahl des Svenska Fotbollförbundet (SvFF) letztmals von Pia Sundhage betreut. Die 146-malige Nationalspielerin gibt ihren Posten nach fünfjähriger Tätigkeit als Nationaltrainerin an Peter Gerhardsson ab. Der 57-Jährige - von 2002 bis 2004 bereits als Juniorencoach beim SvFF tätig - zeichnete bis zum vergangenen Jahr für den schwedischen Männer-Erstligisten BK Häcken verantwortlich. Nun stehe ihm eine "ganz andere Aufgabe" bevor, sagte Gerhardsson: "Das ist eine sehr große Herausforderung."

Letztes großes Turnier für Lindahl und Co?

Die schwedischen Frauenfußball-Nationalkeeperin Hedvig Lindahl © imago/Bildbyran

Keeperin Hedvig Lindahl hat ihre Zukunft im Nationalteam über die EM hinaus offen gelassen.

Diese zu meistern, könnte für ihn noch viel schwieriger werden, wenn einige langjährige Stützen des Teams ihre Nationalmannschaftskarrieren nach der EM beenden würden. So haben Keeperin Hedvig Lindahl (34 Jahre alt), Abwehrchefin Nilla Fischer, Mittelfeldstrategin Caroline Seger (beide 32) sowie Stürmerin Lotta Schelin (33) ihre Zukunft im Trikot der SvFF-Auswahl über die EM hinaus offen gelassen. Auch andere Akteurinnen wie Linda Sembrant oder Lisa Dahlkvist (beide 30) sind bereits im Frühherbst ihrer Laufbahn. Vielleicht ist die Endrunde in den Niederlanden bereits die letzte Gelegenheit für diese Spielerinnen, einen Titel mit dem Nationalteam zu gewinnen. "Wir alle wollen Pia den bestmöglichen Abschied bereiten und träumen vom Sieg", sagte Schelin, die nach acht Jahren bei Olympique Lyon im vergangenen Jahr zum FC Rosengard in ihre Heimat zurückgekehrt ist.

Keine großen Überraschungen im Aufgebot

Um ihre wechselhafte fünfjährige Amtszeit (EM-Halbfinale 2013, WM-Achtelfinal-Aus 2015 und Olympia-Silber 2016) noch mit einem Titel zu krönen, setzt Sundhage überwiegend auf bewährte Kräfte. Große Überraschungen gab es bei der Verkündung ihres Europameisterschafts-Aufgebots nicht. Einzig mit der Nominierung von Mittelfeldakteurin Julia Spetsmark (zwei Länderspiele) war im Vorhinein nicht unbedingt zu rechnen. "Sie ist beidfüßig, physisch gut und schnell. Sie hat sich diese Chance verdient", begründete Sundhage ihre Entscheidung. Neben der Wolfsburger Verteidigerin Fischer hat die 57-Jährige in Stürmerin Fridolina Rolfö (FC Bayern München) eine weitere Deutschland-Legionärin in den Kader berufen. Die Mehrzahl der nominierten Spielerinnen (16) ist in Schweden aktiv. Und mit deren Clubs hat die zuweilen etwas eigenwillige Sundhage in der Vergangenheit so manchen öffentlichen Kampf ausgetragen. Immer wieder beklagte sie die nach ihrer Ansicht ungenügende Kooperationsbereitschaft der Vereine. Sie tat es teilweise in einem forschen Ton.

Sundhage sinnt auf Rache: "Die Zeit ist reif"

Die schwedischen Frauenfußball-Nationaltrainerin Pia Sundhage © imago/Bildbyran

Pia Sundhage tritt nach der EM als Trainerin Schwedens ab.

Dass Sundhage verbal durchaus mal gerne in die Offensive geht, zeigte sich auch, als sie zum EM-Auftaktduell mit Deutschland befragt wurde. "Die Zeit ist jetzt reif, wir haben zu oft gegen sie verloren", erklärte die Trainerin mit Blick auf ihre katastrophale Bilanz gegen die DFB-Auswahl. In ihrer Amtszeit verloren die Schwedinnen jedes wichtige Duell mit dem Rekord-Europameister: 2013 das EM-Halbfinale, 2015 das WM-Achtelfinale und im vergangenen Jahr das Olympia-Endspiel.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau live | 17.07.2017 | 17:40 Uhr

Stand: 29.06.17 15:58 Uhr