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01:49 min | 23.05.2017 | Das Erste

Frauen-EM 2017: 16 Teams, ein Traum

Bei der Endrunde in den Niederlanden ermitteln erstmals 16 statt wie bisher zwölf Teams den Frauenfußball-Europameister. Alle Mannschaften eint ein großer Traum.

Hintergrund

Gruppe A: Drei Top-Teams und ein EM-Debütant

In der Gruppe A tummeln sich in Gastgeber Niederlande, Vize-Europameister Norwegen und Dänemark, das vor vier Jahren bei der EM in Schweden überraschend in die Vorschlussrunde einzog, drei Teams, die von der Papierform her zumindest zum erweiterten Favoritenkreis gehören. Hinzu kommt in Belgien um Wolfsburgs Torjägerin Tessa Wullaert ein stark einzuschätzender Europameisterschafts-Debütant.

Niederlande

Der automatisch für die Endrunde qualifizierte Gastgeber will nach dem verpassten Sprung zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio bei seiner Heim-EM wieder für Positiv-Schlagzeilen sorgen. Das Ziel des Königlichen Niederländischen Fußballbundes (KNVB) lautet Semifinal-Einzug. Trainer Arjan van der Laan, der nach der Weltmeisterschaft 2015 in Kanada Roger Reijners ersetzt hatte, wurde die Umsetzung dieses Plans nicht mehr zugetraut. Ende Dezember des vergangenen Jahres entzog der Verband dem 47-Jährigen das Vertrauen. Laut KNVB-Sportdirektor Hans van Breukelen hatten die Nationalspielerinnen die Demission des Übungsleiters gefordert. Van Laan sei einfach "kein Frauentrainer", sagte der Ex-Keeper dem Radiosender "NOS". Die Nachfolge des geschassten Übungsleiters ("Wir waren auf einem guten Weg") trat Sarina Wiegman an, die seit 2014 als Assistentrainerin tätig war.

Van Dongen und Worm fallen durchs Raster

Die niederländische Fußball-Nationalspielerin Merel van Dongen © imago/VI Images

Merel van Dongen gehört überraschend nicht zum EM-Aufgebot des Gastgebers.

Die 104-malige Nationalspielerin hatte bei der Zusammenstellung ihres EM-Aufgebots die Qual der Wahl. "Wir mussten sehr schwierige Entscheidungen treffen. Aber ich sehe es positiv, dass wir eine große Auswahl hatten", erklärte die 47-Jährige nach der Verkündung ihres Kaders. In den Verteidigerinnen Siri Worm (FC Twente) und Merel van Dongen (Ajax Amsterdan) verzichtete Wiegman dabei überraschend auf zwei Spielerinnen, mit deren Nominierung im Vorfeld fest gerechnet wurde. Die Nichtberücksichtigung von van Dongen war für den KNVB dabei durchaus problematisch. Denn der Verband hatte mit der 24-Jährigen fünf aufwendige Videos gedreht, die im Vorfeld des Turniers eigentlich peu à peu unter anderem auf dem eigenen "Youtube"-Kanal gezeigt werden sollten. Mehr als Folge eins, in der van Dongen mit Hockey-Olympiasiegerin Ellen Hoog über Titelkämpfe im eigenen Land plaudert, ist bis dato nicht veröffentlicht worden.

Zwölf Legionärinnen im Kader

Anstelle van Dongen und Worm stehen die unerfahreneren Verteidigerinnen Liza van der Most (Ajax) und Sheila van den Bulk (Djurgårdens IF) im Aufgebot. Letztere ist dabei eine von zwölf Legionärinnen im Kader. Bondscoach Wiegman hat wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass niederländische Fußballerinnen zunehmend zum "Export-Schlager" werden. Davon profitiere letztlich auch das Nationalteam, da diese Spielerinnen tagtäglich auf höchstem Niveau gefordert würden, gab die 47-Jährige zu Protokoll. Tragende Säulen ihres Teams sind Keeperin Loes Geurts, Kapitän Mandy van den Berg, Mittelfeldakteurin Lieke Martens und Angreiferin Vivianne Miedema. Die vormalige Münchnerin, die in der kommenden Serie für den FC Arsenal auf Torejagd gehen wird, soll langsam in die Fußstapfen von Manon Melis treten. Die Rekordschützin der Nationalmannschaft hat ihre Karriere im vergangenen Jahr beendet. Gelingt dies Miedema, ist der KNVB-Auswahl durchaus zuzutrauen, Wiegmans Ziel zu realisieren: "Wir wollen ein großes Turnier spielen."

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live | 17.07.2017 | 17:40 Uhr

Stand: 21.06.17 12:22 Uhr