Deutschlands Babett Peter (l.) im Zweikampf mit Schwedens Lotta Schelin © imago/DeFodi

01:25 min | 17.07.2017 | Das Erste

Deutschland - Schweden 0:0

Deutschlands Fußballfrauen starten mit einem torlosen Unentschieden gegen Schweden ins EM-Turnier in den Niederlanden. Chancen zum Sieg gab es durchaus - für beide Teams.

Deutsches Team

DFB-Frauen zum Auftakt torlos gegen Schweden

von Olaf Jansen, sportschau.de

Das fast völlig neuformierte deutsche Frauenteam trennte sich in seinem EM-Auftaktspiel am Montag (17.07.17) von Schweden torlos. Nach flottem Beginn war der Respekt beider Teams beim 0:0 voreinander zu groß. Am Freitag trifft die Mannschaft von Trainerin Steffi Jones in ihrem zweiten Gruppenspiel auf Italien.

"Es war ein super-intensives Spiel, in dem uns Schweden mit seiner geballten Defensive absolut gefordert hat", resümmierte nach der Partie Steffi Jones. Zufrieden war sie mit der Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte: "Da haben wir schon gute Lösungen gefunden, aber leider die sich bietenden Torchancen nicht genutzt."

Schwache Kulisse, starker schwedischer Beginn

Es waren nicht allzu viele Zuschauer nach Breda gekommen, um die Neuauflage des olympischen Finals von 2016 live zu sehen: Offiziell gerade einmal 9.500 Zuschauer verloren sich auf den Tribünen in Breda. Und die freuten sich auf die geballte Offensive und das rigorose Pressing, das die schwedischen Spielerinnen im Vorfeld des Matches gegen ihren Angstgegner angekündigt hatten. Die Schwedinnen zogen in den letzten Jahren ja stets den Kürzeren, wenn es in wichtigen Spielen gegen Deutschland ging.

"Wir wollen die Dämonen bekämpfen", hatte Schwedens Mittelstürmerin Lotta Schelin also angekündigt - und tatsächlich: In den ersten Minuten hatte das deutsche Team Mühe, Schwedens Angreiferinnen im Zaum zu halten. Und die erste Chance bekamen die Schwedinnen auch: Linda Sembrant scheiterte mit einem Kopfball in der 5. Minute nur knapp.

Nervosität im deutschen Spiel

Den unerfahrenen deutschen Spielerinnen - acht aus dem Kader bestreiten in den Niederlanden ihr erstes großes Turnier - war indes die Nervosität anzusehen: Kaum ein Pass erreichte in den ersten Minuten die Mitspielerin. Wie aus dem Nichts fiel Mittelfeldakteurin Kristin Demann dennoch die große Chance zum Führungstreffer auf den Fuß: Nach langem Diagonalpass von Dzenifer Marozsan war Lina Magull in der 9. Minute auf rechts freigespielt. Ihre Hereingabe erreichte Demann freistehend auf dem Elfmeterpunkt, die Nummer Sechs vom FC Bayern München vertändelte die Kugel aber.

Steffi Jones im Interview

04:37 min | 17.07.2017 | Das Erste

Jones: "Es war ein super intensives Spiel"

Es war ihre EM-Premiere als Bundestrainerin: Steffi Jones analysiert das Schweden-Spiel, ihre Emotionen und erklärt auch ihr Verhalten in der Halbzeitpause.

Ärgerlich war die vergebene Chance vor allem deshalb, weil sich in der weiteren Folge der ersten Halbzeit keine einzige weitere Gelegenheit mehr ergab. Beide Teams nahmen beinahe komplett das Tempo aus dem Spiel, gingen auf ihrem Weg nach vorn keinerlei Risiko mehr ein. Hinzu kamen immer wieder technische Fehler, die den Spielfluss zusätzlich störten. Bei beiden Teams im Übrigen. Besonders das deutsche Sturm-Duo mit Anja Mittag und Svenja Huth litt und kam überhaupt nicht in den Rhythmus. Huth, die besonders unglücklich agierte, verletzte sich zudem auch noch am Oberschenkel und musste noch im Laufe der ersten Halbzeit für Mandy Islacker Platz machen.

Mehr Druck im zweiten Abschnitt

Im zweiten Abschnitt erhöhte das deutsche Team den Druck und die Schlagzahl. Angetrieben von ihrer Besten, Kristin Demann, wurden die Schwedinnen nun erheblich früher unter Druck gesetzt, eroberte Bälle wurden viel schneller und konkreter in die Spitze gespielt. Sara Däbritz hätte in der 52. Minute treffen können, ihr Schuss aus 15 Metern wurde aber soeben noch abgeblockt. Nach Marozsans Flanke von links verpasste im Zentrum Mittag nur knapp (56.).

Die größte Chance dann in der 65. Minute, als Islacker zehn Meter vor dem schwedischen Tor in einen Flanke von Carolin Simon sprang, der abgefälschte Ball aber um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei rutschte. Auf der anderen Seite ergab sich für Schwedens eingewechselte Stina Blackstenius eine ausgezeichnete Konterchance, als sie die aufgerückte deutsche Abwehr überlief, mit ihrem Schuss aus 17 Metern aber an Torfrau Almuth Schult scheiterte.

Islacker fast mit dem Siegtor

Dennoch hätte das deutsche Team in der Schlussphase fast noch den gewünschten Dreier geschafft: Nach endlich einmal passender Flanke von Marozsan erwischte Islacker in der 86. Minute die Kugel volley acht Meter vor dem Tor, Schwedens Schlussfrau Hedvig Lindahl reagierte aber prächtig und rettete ihrem Team mit der Parade einen Punkt.

Fußball UEFA-FRAUEN-EM 2017
Deutschland : Schweden

17.07.17 20:45 Uhr, Spieltag 1 · Vorrunde, Gruppe B

Deutschland

Schult - Blässe (73. Maier), Henning, Peter, Simon - Demann - Magull, Däbritz - Marozsán - Huth (39. Islacker), Mittag (65. Kayikci)

0

Schweden

Lindahl - Samuelsson, Fischer, Sembrant, Andersson (87. Ericsson) - Asllani, Dahlkvist, Seger, Schough (55. Rubensson) - Rolfö (56. Blackstenius), Schelin

0

Fakten und Zahlen zum Spiel

Ergebnis

  • 0:0 (0:0)

Tore

Strafen

Bes. Vorkommnisse

Ort

  • Breda

Zuschauer

  • 9500

Schiedsrichter

  • Katalin Kulcsár (Ungarn)

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau live | 17.07.2017 | 17:40 Uhr

Stand: 17.07.17 22:33 Uhr